Die ersten Schritte

Im März 2013 waren wir uns einig: Wir gründen unsere eigene Schule. Einige von uns hatten bereits das Referendariat abgeschlossen und arbeiteten aushilfsweise in staatlichen Schulen. Hier wurde uns einmal mehr bewusst, dass sich etwas tun muss.

Sehr schnell fanden sich Interessenten in unserem Freundeskreis und auch drum herum. Ein Kern von etwa sechs Leuten (Lehrer, Erzieher, Heilpädagogen und Studenten) setzte sich zusammen, besprach die Idee der Schulgründung und setzte sich diese zum Ziel. Dass es eine freie demokratische Schule werden soll, stand von vornherein fest, da sich jeder am Projekt Interessierte voll und ganz mit diesem Konzept identifizieren konnte. Da sich einige mehr, andere weniger bereits mit der Thematik befasst hatte, wurde nun erstmal gelesen, recherchiert und nachgeforscht. Es wurden begeistert Konzepte und Homepages bereits bestehender demokratische Schulen durchforstet und eine Internetplattform eingerichtet, die uns zum Austausch dienen sollte, erste AGs gegründet.

Aber das war natürlich nur der Anfang. Bei den ersten Teamsitzungen gab es also erstmal nur Grundlegendes zu klären: Wer würde gerne in welchem Bereich mitarbeiten (z.B. Finanzen, Konzept, Inklusion usw.)? Wie stellen wir uns das Ganze vor? Ein Konzept musste also her.

Und so setzten sich zwei von uns an dem ein oder anderen Nachmittag zusammen und fingen an, das Skelett für unser Konzept zu erstellen. Nun hatten wir zumindest ein Gerüst, an dem sich die ganze Gruppe orientieren konnte. Änderungen, Ergänzungen und Streichungen standen und stehen selbstverständlich offen.

 

Jetzt geht’s los!

Es war irgendwann in den Jahren 2010 bis 2012. Einige von uns befanden sich zu der Zeit im Referendariat an unterschiedlichen Schulen in Bayern und ich glaube, wir waren uns in zwei Punkten einig:

Die Arbeit mit Kindern macht uns allen wahnsinnigen Spaß.

und

In dem System, in das nicht nur wir LehrerInnen, sondern auch die SchülerInnen gepfercht werden, möchte niemand von uns auf Dauer arbeiten.

Uns ist nicht nur daran gelegen, ausschließlich für uns eine Alternative zu finden, sondern zumindest zu einem kleinen Teil bei der schrittweisen Veränderung der Bildungslandschaft in Deutschland mitzuwirken. Gerade in Bayern ist das Angebot an offenen, freien, alternativen Schulen denkbar gering. So gibt es lediglich eine Handvoll Schulgründungsinitiativen in München und Franken, während Berlin mittlerweile mit fünf demokratischen Schulen aufwarten kann.

Dass demokratische Bildung funktioniert, zeigen uns Länder wie Amerika, Israel und England und viele andere (http://www.educationrevolution.org/blog/list-of-democratic-schools/), wo es bereits eine Vielzahl solcher Schulen gibt. Und natürlich auch deutsche Schulen wie die Kapriole Freiburg oder die Neue Schule Hamburg zeigen seit einigen Jahren, dass sie eine Berechtigung haben.

Es wird also Zeit, dass sich auch in Bayern etwas tut und das einheitliche Erscheinungsbild der derzeitigen Bildungslandschaft nach und nach aufbricht.